Das Sternchen-Konzept

Ihr entlasst euer Kind vielleicht zum ersten Mal aus eurer Obhut. Dies ist ein großer, und gewiss kein leichter Schritt für euch, zumal ihr die Einrichtung, die Fachkräfte und die Schwerpunkte unserer Arbeit noch nicht kennt.
Es ist uns daher ein großes Anliegen, euch und der Öffentlichkeit mit unserer Konzeption einen kleinen Einblick in unsere tägliche Arbeit zu gewähren.

Ich bin Ich (Selbstkompetenz)

Die Grundlage für unsere Arbeit ist, dass Euer Kind sich bei uns wohl fühlt! Damit dies gelingt, gilt für uns, dass wir Euer Kind mit seiner Persönlichkeit und seiner Individualität annehmen und respektieren. Wir möchten Eurem Kind folgendes vermitteln:

Ein strukturierter Tagesablauf und wiederkehrende Rituale wie der Morgenkreis, das gemeinsame Frühstück, Tischsprüche, etc. bieten dem Kind Orientierung und Halt im Kindergartenalltag. Diese Abläufe und Rituale bilden einen Rahmen, in dem die Kinder mit gestalten und bestimmen. Auch gemeinsam entwickelte Regeln und liebevolles, aber konsequentes Handeln der Fachkräfte bieten dem Kind Sicherheit und Orientierung.

Gemeinsam sind wir stark (Sozialkompetenz)

Voneinander lernen:
Altersgemischte Gruppen fördern die Entwicklung von gegenseitigem Verständnis und Empathie. Unsere Kinder erleben sich mal als groß, mal als klein, mal stark, mal schwach, mal helfend, mal hilfesuchend… Sie lernen voneinander. Sie lernen aber auch „an einander“, z.B. verschiedenste Rollen zu besetzen und auch auszuhalten. Bei uns sind Kinder oft zum ersten Mal in einer größeren Kindergemeinschaft, wo alle die gleichen Rechte und Möglichkeiten haben, und diese auch aktiv einbringen dürfen und sollen. Das sind die Wurzeln für kindgemäßes Erleben von Demokratie.

Freispiel bedeutet soziales Lernen:
Entdecken von Gemeinsamkeiten und Unterschieden, wechselseitiges Anerkennen von Rechten, Bearbeiten von Konflikten, Kompromisse schließen können, seine Meinung vertreten, argumentativ ringen um das, was man möchte, um das was fair oder ungerecht ist und vieles mehr.

Dies alles wird von den Kindern in der Gruppe vor allem beim Freispiel erprobt. Deshalb sind Freispielphasen ein essentieller Teil unseres Tagesablaufs. Im Umgang mit der Gruppe wird die Fähigkeit entwickelt, eigene Emotionen und Bedürfnisse mit denen der anderen in Bezug zu setzen, eigene Interessen, und die der anderen kennen zu lernen und miteinander zu kooperieren.

Bei Bedarf sind wir Fachkräfte auch beim Freispiel in jeglichen Situationen unterstützend, moderierend, motivierend und bestärkend zur Stelle. Des Weiteren ist die Freispielzeit die Zeit, in der Kinder sich aus eigener Motivation heraus konzentriert mit einer Sache befassen können, selbst entscheiden lernen, was sie interessiert und was nicht. Dabei entwickeln sie Ausdauer, Mut und Willen zur eigenen Entscheidung. So lernen sie sich selbst und die anderen Kinder am besten kennen.

In den großzügigen Räumlichkeiten können sich unsere Kinder während der Freispielphasen des Tages frei bewegen und spielen. Im Ü3-Bereich haben die Kinder zudem die Möglichkeit, im Bewegungs- und Freispielraum zeitweise und entsprechend ihrer eigenen Entwicklung, auch ohne Erzieher*Innen ihren Interessen nachzugehen. Da die Räumlichkeiten anliegend an den Gruppenräumen sind, hat das Team trotzdem immer ein Blick auf das Geschehen in den Räumen. In den Räumen gelten den Kindern bekannte Regeln, wie zum Beispiel eine begrenzte Anzahl an Kindern oder regelmäßige Wechsel im Bewegungsraum oder das Verbot mit Spielsachen zu schmeißen. Diese Regeln werden nach Bedarf mit den Kindern besprochen.

Kinder, die neu im Kindergarten sind, werden in der Anfangszeit im Bewegungs- und Freispielraum von den Erzieher*Innen begleitet, bis ihr Verhalten und ihre Selbständigkeit eingeschätzt werden kann.

Unbeobachtete und unmoderierte Situationen im Freispiel sind wichtig für eine positive psychosoziale Entwicklung der Kinder. Sie ermöglichen den Kindern eine selbständige und selbstbestimmte Rollenfindung in der Gruppe und stärken das Selbstbewusstsein. In Konfliktsituationen geht es darum, gewaltfreie Lösungs-strategien zu entwickeln und diese für die Zukunft zu verbessern und zu festigen. Die Kinder wissen, und werden regelmäßig darin bestärkt, dass sie sich bei Bedarf jederzeit Hilfe von einem Erwachsenen holen können.

Lass es mich erleben (Sachkompetenz)

Situationsansatz und Ganzheitlichkeit:
Die Ganzheitlichkeit umfasst die Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungstätigkeiten die sich wechselseitig durchdringen. Die damit verbundenen pädagogischen Aktivitäten können deshalb weder zeitlich noch personell voneinander getrennt werden. Jegliche Situation im Tagesablauf der Gruppe bietet die Gelegenheit zum situativen Lernen mit allen Sinnen und in allen Entwicklungsbereichen und wird von den Fachkräften auch als diese erkannt und gefördert.

Die Bildungsbereiche

Angebote, die den Kindern eine ganzheitliche Förderung und Entwicklung ermöglichen, stammen in unserer Einrichtung aus den verschiedenen Bildungsbereichen.

Wir arbeiten dabei nach den Richtlinien des Bremer Rahmenbildungsplans und achten darauf, dass alle Bereiche in unserem Wochenablauf gleichermaßen vorhanden sind.

Kreatives Gestalten

Kinder setzen sich mit ihrer Umwelt auseinander, verarbeiten ihre Erlebnisse und verleihen darüber hinaus ihren eigenen Eindrücken einen neuen Ausdruck, indem sie zeichnen, malen, schneiden, kleben, collagieren, mit plastischen Materialien oder mit Wasser und Papier experimentieren.
Die Kinder können bei uns erste Erfahrungen mit den verschiedensten Materialien (Ton, Knete, Sand, Kleister, Fingerfarbe, etc.) und Gestaltungsformen machen und ihre eigenen Ausdrucksmöglichkeiten bewusst mit allen Sinnen erleben.
Wichtig ist uns: jeder malt, bastelt, schneidet so gut er/sie kann und wie er/sie möchte.
In unseren Gruppen sind etliche Materialien für die Kinder immer frei verfügbar. Aber auch bei zahlreichen Angeboten dürfen und sollen sich die Kinder zu den verschiedensten Themen und Situationen kreativ ausleben können.

Musizieren entwickelt bei Kindern nicht nur Feinheiten des Gehörs und Beherrschung von Stimme oder Instrument, sondern hat Wirkungen auf Geist und Seele des Kindes:
Musik fördert die kindliche Entwicklung von Intelligenz und die innere Ausgeglichenheit.
In unserer Einrichtung sind musische Angebote regelmäßig vorhanden, wobei es auch hier vor allem um die Entfaltung der kindlichen Empfindungs- und Ausdrucks-möglichkeiten geht.
Ein Mittel dazu ist das Singen. Über die Stimme hinaus kann der ganze Körper als Instrument genutzt werden.
Verschiedene Instrumente können kennengelernt und ausprobiert werden, um verschiedene Klänge zu erleben.
Auch die Kombination von Klängen und Bewegung, verschiedene Arten des Tanzens, werden ausprobiert.
Einmal wöchentlich kommt eine Musikpädagogin in unsere Einrichtung und führt mit der Hälfte der Kinder eine je 45 Minuten lange Einheit mit musikalischen Impulsen und Angeboten durch. Die Woche drauf machen die Fachkräfte selber mit den Kindern Musik und greifen situativ die Punkte der vorherigen Stunde noch mal auf, die die Kinder am meisten bewegt haben.
Aber auch im Gruppenalltag sind Lieder, Tanz und Musizieren ein fester Bestandteil.

Dieser Bereich umfasst ein weit gefächertes Feld: Gesundheitserziehung (wie z.B. Zähneputzen, Händewaschen, wie niest man richtig? etc.), Ernährungslehre (gesunde und ungesunde Ernährung kennen- und unterscheiden lernen), Bewegungsanregungen und -möglichkeiten ausprobieren und vieles mehr. Die beiden Kindergartengruppen haben je einen Tobe-/ Bewegungsraum, in dem die Kinder ihrem natürlichen Bewegungsdrang jederzeit nachkommen können. Alle zwei Wochen geht jede Gruppe zum Turnen (die Krippengruppe geht wöchentlich zum Turnen). Dort findet ca. 1,5 Stunden lang das Turnen statt. Ein Teil besteht aus, von den Fachkräften angebotenen Spielen, Parcours, etc. aber auch Freispiel mit verschiedenen Bewegungslandschaften sind ein fester Bestandteil der Turn-Einheit. Bei schönem Wetter findet das Turnen auch mal im Park statt. Die Turnhalle kann innerhalb der Schulferien von unserer Einrichtung nicht genutzt werden. In diesem Zeitraum bieten wir eine Turnalternative in unseren eigenen Räumlichkeiten oder draußen an. Unsere Einrichtung verfügt über ein großes Außengelände mit verschiedenen Spielgeräten, auf dem die Kinder sich austoben können. Fast täglich nutzen wir diese Möglichkeit. Aber auch im nahegelegenen Rhododendron-Park und auf den umliegenden Spielplätzen bieten wir den Kindern viele Bewegungsmöglichkeiten an. Mit einem abwechslungsreichen Speiseplan, einem regelmäßig stattfindenden Müsli-Frühstück oder einem gesunden Frühstück und Backaktionen bieten wir den Kindern eine ausgewogene Ernährung. Die Kinder dürfen selber backen und schnippeln und entwickeln dadurch ein Bewusstsein für die verschiedenen Nahrungsmittel.

Kommunikation durchzieht kindliches Handeln überall und jederzeit. Das Aufwachsen der Kinder in einer Mediengesellschaft heißt unter anderem, Bilder und Texte, gesprochene und geschriebene Sprache in hoher Dichte, schneller Abfolge und variierenden Erscheinungsformen zu erleben. Es heißt auch, frühzeitig von Mehrsprachigkeit umgeben zu sein.
Sprachliche Bildungsprozesse herauszufordern, ist daher eine grundlegende Aufgabe der pädagogischen Arbeit. Kommunikative Anreize werden bei uns vielfältig angeboten: Gespräche mit einzelnen Kindern oder in der Gruppe, im Tagesablauf wie auch im Morgenkreis, Reflektionsrunden, das eigene Tun sprachlich begleiten, lernen, wie man höflich nach etwas fragt (z.B. beim Mittagessen), Ideensammlungen zu Projekten und Aktionen, Rhythmusbetonte und musikalische Spiele, Reime, Verse, Fingerspiele, Geschichten und Bilderbücher vorlesen, Geschichten und Lieder erfinden und Mitmachgeschichten. Auch Einblicke in verschiedene fremde Sprachen finden immer wieder im Alltag statt. Unser Gruppenalltag beinhaltet so viele Spracheinheiten der unterschiedlichsten Art und Weise, dass wir von den Verantwortlichen des Primo-Sprachtests die Genehmigung haben, unsere Kinder mit geringen Kommunikations- und Sprachdefiziten im Alltag selbst zu fördern und auf das Einsetzen einer externen Person durch das Amt verzichtet werden kann. Zu gegebenen Anlässen beschäftigen wir uns in den Gruppen mit verschiedenen kulturellen Besonderheiten unserer und fremder Gesellschaften. Dieses geschieht in Gesprächen im Alltag, in Projekten und Aktionen, in der Pflege und Erforschung von Traditionen und Bräuchen.

Mit all seinen Sinnen erschließt sich das Kind seine Umwelt und es baut darauf erste naturwissenschaftliche Erfahrungen und weiterführende Fragestellungen auf. Viele der „Warum“-Fragen des Kindes richten sich auf naturwissenschaftliche und technische Phänomene. Das Kind nimmt durch Beobachten, Beschreiben, Vergleichen, Bewerten und vor allem Begreifen seine belebte und unbelebte Umwelt wahr. Es streift durch die Fachdisziplinen der Biologie, Chemie, Physik, Technik und Mathematik ganz nach seiner eigenen Logik und seinem eigenen Interesse. Diese Interessen wahrzunehmen und damit situativ zu arbeiten ist eine der großen Aufgaben jeder Fachkraft in unserer Einrichtung.
Das Einbeziehen der belebten Welt – der Umgang mit Pflanzen,
Menschen und Tieren – ist wichtiger Bestandteil unserer Arbeit.
Auch Chemie und Physik werden im Alltag, wie auch gezielt in Experimenten erforscht.

Wir verbringen regelmäßig und viel Zeit draußen auf unserem Außengelände oder im nahegelegenen Rhododendron-Park. Hier setzen wir uns mit unserer Umgebung und der Natur auseinander, erforschen sie und lernen sie kennen. Darüber hinaus nutzen wir nach Möglichkeit die vielfältigen Angebote der Botanika im Rhododendron-Park.

Die Vorschule

Das letzte Kindergartenjahr ist für die „Großen“ etwas Besonderes. Sie übernehmen mehr Verantwortung für sich und für Andere, kennen ihre eigenen Interessen immer besser, merken, wie sie täglich mehr können und wissen, und erhalten mehr gezielte Angebote.

Im Jahr vor der Einschulung bieten wir den Kindern einmal wöchentlich ein Vorschulprogramm an.

Das Vorschulangebot dauert ca. 30 bis 45 Minuten und findet innerhalb der beiden Kindergartengruppen statt.
Es werden verschiedenste Aufgaben und Themen mit den Kindern erarbeitet, die sie auf die Schule vorbereiten.

Wir arbeiten in einer Kooperation mit der Horner Grundschule.

Das heißt, die Vorschulkinder besuchen Angebote der Schule, wie z.B. die “Mathewerkstatt” und auch der Primo-Test (für die angehenden Vorschulkinder) findet in den Räumlichkeiten der Horner Grundschule statt und wird bei Bedarf von uns begleitet.